Zwischen Arbeit, Freiheit und neuen Eindrücken.
4 Wochen, die mir wieder einmal gezeigt haben, warum ich dieses Leben liebe.

Die letzten vier Wochen waren intensiv. Sehr intensiv sogar.
Während andere vielleicht denken, dass mein Alltag mittlerweile hauptsächlich aus Reisen, Freiheit und einem ziemlich entspannten Leben besteht, sah die Realität in den vergangenen Wochen etwas anders aus.
Ich arbeite aktuell mit Hochdruck an meinem neuen digitalen Produkt. Die Dreharbeiten laufen auf Hochtouren, Inhalte müssen vorbereitet, Videos aufgenommen und unzählige Kleinigkeiten erledigt werden.
Und genau das ist etwas, das ich an meinem heutigen Leben liebe:

Ich kann arbeiten – aber ich kann selbst entscheiden, wann und wo.
Vor einigen Jahren hätte mein Alltag noch komplett anders ausgesehen. Mein Business bestimmte meinen Tagesablauf. Heute habe ich mir die Freiheit aufgebaut, Projekte umzusetzen, weil ich Lust darauf habe – und nicht, weil am Monatsende zwingend die nächste Rechnung bezahlt werden muss.
Und manchmal bedeutet diese Freiheit eben auch: Laptop zuklappen. Kamera weglegen. Koffer packen. Und los.
Diesmal ging es gemeinsam mit meinem Bruder, seiner Frau und ihrem Kind zunächst in eine Stadt, die ich ehrlich gesagt überhaupt nicht auf dem Schirm hatte: Vilnius.
Litauen war nie eines dieser Länder, bei denen ich morgens aufgewacht bin und dachte: „Da muss ich unbedingt hin.“ Vielleicht war genau das der Grund, warum mich diese Reise so überrascht hat.

Wir besuchten dort den Bruder der Frau meines Bruders und hatten dadurch natürlich einen etwas anderen Einblick, als wenn man einfach nur für ein Wochenende als Tourist in einem Hotel eincheckt.
Diese Stadt ist unglaublich sauber.
Aber es war nicht nur die Sauberkeit. Vilnius wirkte auf mich geordnet, ruhig und irgendwie… zivilisiert. Ich hatte teilweise das Gefühl, dass die Menschen bewusster mit ihrer Umgebung umgehen. Weniger Müll, weniger unnötiges Chaos und weniger von diesem teilweise ziemlich asozialen Verhalten, das man mittlerweile leider auch in vielen deutschen Städten erlebt.

Besonders hängen geblieben ist mir ein Tag an einem See. Eigentlich nichts Spektakuläres. Ein See eben. Aber genau dort habe ich wieder gemerkt, dass manchmal die kleinen Dinge viel über ein Land aussagen.
Es gab kostenlose Umkleiden. Saubere Toiletten. Trainingsgeräte. Mülltonnen. Und sogar Aufpasser, die unter anderem darauf achteten, dass dort kein Alkohol getrunken wird.
Warum funktioniert das hier eigentlich so gut?
Die Menschen lagen auf den Wiesen, Familien verbrachten gemeinsam den Tag, andere trainierten an den Geräten und überall herrschte eine angenehme, entspannte Atmosphäre. Kein großes Spektakel. Einfach ein schöner Ort, an dem sich die Menschen offensichtlich wohlfühlen – und entsprechend damit umgehen.
Auch beim Thema Alkohol geht Litauen einen interessanten Weg. Ab 20 Uhr kann man in Geschäften keinen Alkohol mehr kaufen. Ob man solche Regeln persönlich gut oder schlecht findet, muss jeder selbst entscheiden. Aber man merkt, dass Ordnung und ein gewisses gesellschaftliches Miteinander dort einen hohen Stellenwert haben.

Und dann wird es plötzlich 23 Uhr …
Tagsüber empfand ich Vilnius als angenehm ruhig. Fast ein bisschen unscheinbar. Man läuft durch die Straßen, trinkt irgendwo einen Kaffee, schaut sich die Stadt an und könnte zunächst denken: „Okay. Hübsch. Sauber. Entspannt.“
Aber dann kommt der Abend. Und plötzlich verändert sich die Stadt. Restaurants füllen sich. Die Beleuchtung taucht die Straßen in eine völlig andere Atmosphäre. Vor den Bars stehen Menschen, Musik kommt aus den Gebäuden und manche Straßenzüge wirken plötzlich wie eine kleine Filmkulisse.


Das Nachtleben hat mich dabei ebenfalls überrascht. Ich empfand es als deutlich niveauvoller, als ich erwartet hatte.
Und dann saß ich eines Abends in einer Bar, schaute mich irgendwann einfach nur um und musste innerlich lachen. Denn mir fiel etwas auf: In Vilnius leben unglaublich viele attraktive Frauen.
Natürlich ist Schönheit immer subjektiv. Aber die Dichte hat mich tatsächlich überrascht. Wie sich herausstellt, war dieser Eindruck gar nicht so falsch. Litauen gehört zu den europäischen Ländern, in denen statistisch mehr Frauen als Männer leben. An diesem Abend brauchte ich allerdings keine Statistik, um davon überzeugt zu sein.

Hier würde ich definitiv noch einmal herkommen.

Von Vilnius ging es weiter nach Budapest
Nach Litauen stiegen wir wieder ins Flugzeug. Dort besuchten wir die Schwester der Frau meines Bruders. Und Budapest begrüßte uns zunächst mit etwas, das ich nach Litauen durchaus zu schätzen wusste: deutlich angenehmerem Wetter.
Budapest ist natürlich eine komplett andere Stadt als Vilnius. Größer. Lebhafter. Chaotischer. Monumentaler. Die Donau, die alten Gebäude, die Brücken und diese gewaltige Architektur geben der Stadt einen ganz eigenen Charakter. Manchmal läuft man durch eine Straße, biegt um eine Ecke und plötzlich öffnet sich vor einem diese beeindruckende Kulisse.

Meine Stadt ist es wahrscheinlich nicht.
Lebensmittel und Restaurantbesuche empfand ich teilweise als überraschend teuer. Gleichzeitig wirkte vieles auf mich weniger sauber und weniger geordnet als zuvor in Vilnius. Vielleicht war der direkte Vergleich auch etwas unfair. Denn Vilnius hatte die Messlatte in dieser Hinsicht ziemlich hoch gelegt.
Trotzdem hat Budapest seinen eigenen Charme. Und wir hatten unglaubliches Glück mit unserem Zeitpunkt.
Nationalfeiertag in Budapest
Wir waren genau zum ungarischen Nationalfeiertag in der Stadt. Und was dort am Abend veranstaltet wurde, war wirklich beeindruckend. Ein riesiges Feuerwerk über der Donau. Laser. Lichter. Eine Drohnenshow.
Die Gebäude entlang des Flusses wurden Teil der gesamten Inszenierung und überall standen Menschen und blickten in den Himmel. Für einen Moment war das Chaos einer Großstadt komplett vergessen.
Man steht dort mit tausenden anderen Menschen, hört die Explosionen des Feuerwerks, sieht die Drohnenformationen über dem Himmel und denkt sich einfach: Schon verrückt, wo einen das Leben manchmal hinführt.
Genau solche Momente sind für mich einer der Gründe, warum ich so gerne reise. Nicht unbedingt wegen irgendeiner Sehenswürdigkeit, die in jedem Reiseführer steht. Sondern wegen dieser Momente, die man nicht planen kann.



Und dann kam die Budapester U-Bahn …
Natürlich wäre eine Reise langweilig, wenn immer alles perfekt laufen würde. Also bekamen wir auch noch unsere ganz persönliche Lektion im öffentlichen Nahverkehr.
Wir hatten ganz normal unsere Tickets gekauft. Ein Fehler war uns allerdings passiert: Wir hatten sie nicht abgestempelt. Bei einer Kontrolle interessierte es die Mitarbeiter herzlich wenig, dass wir Touristen waren, unsere Tickets nachweislich gekauft hatten und schlicht das System nicht richtig verstanden hatten. Die Konsequenz? Strafe. Natürlich pro Person.
In dem Moment konnte ich eigentlich nur lachen. Nicht, weil ich unbedingt Geld verschenken wollte. Sondern weil solche Situationen für mich mittlerweile Teil des Reisens sind. Du kannst dich darüber aufregen. Oder du bezahlst, lernst daraus und hast anschließend eine Geschichte mehr zu erzählen.
Trotzdem sehe ich solche Dinge kritisch. Wenn jemand offensichtlich versucht, kostenlos mitzufahren, ist eine Strafe vollkommen nachvollziehbar. Wenn ein Tourist jedoch nachweislich ein Ticket gekauft hat und lediglich einen kleinen Fehler bei der Entwertung macht, könnte man meiner Meinung nach etwas mehr Fingerspitzengefühl zeigen. Denn Tourismus funktioniert langfristig auch über Gastfreundschaft.

Menschen erinnern sich nicht nur an Gebäude. Sie erinnern sich daran, wie ein Land sie behandelt hat.

Wohlstand beginnt für mich im Kopf
Diese Situation hat mich wieder über etwas nachdenken lassen, das ich auch aus dem Geschäftsleben kenne. Ich glaube, dass Wohlstand nicht zuerst auf dem Bankkonto entsteht. Wohlstand beginnt im Kopf.
Es geht darum, langfristig zu denken. Nicht immer nur darum: Wie kann ich heute maximal viel für mich herausholen? Sondern: Wie schaffe ich etwas, von dem langfristig alle Beteiligten profitieren?
Beim Aufbau meines damaligen eBay-Business musste ich lernen, Entscheidungen nicht nur danach zu treffen, was mir heute 100 Euro bringt. Ich musste lernen, Systeme aufzubauen. Zu investieren. Fehler zu akzeptieren. Langfristig zu denken.
Und irgendwann verändert sich dadurch nicht nur das eigene Business. Es verändert sich das gesamte Leben. Heute kann ich an einem digitalen Produkt arbeiten, ein paar Tage später mit meiner Familie nach Litauen fliegen, an einem See in Vilnius sitzen und kurze Zeit später am Ufer der Donau ein riesiges Feuerwerk über Budapest sehen.
Nicht weil irgendwann plötzlich Glück vom Himmel gefallen ist. Sondern weil viele Entscheidungen Jahre zuvor genau dieses Leben möglich gemacht haben.
Vielleicht ist genau das Freiheit
Nach diesen Wochen sitze ich wieder da. Die Kameras laufen wieder. Die nächsten Videos warten. Mein digitales Produkt nimmt Stück für Stück Form an. Und gleichzeitig sind auf meinem Handy hunderte neue Bilder und Videos aus Litauen und Ungarn.
Früher hätte ich vielleicht gedacht, dass Freiheit bedeutet, nicht mehr arbeiten zu müssen. Heute sehe ich das etwas anders. Für mich bedeutet Freiheit vielmehr: arbeiten zu können, ohne dass die Arbeit mein Leben kontrolliert.
Ein Projekt aufzubauen, weil ich wirklich Lust darauf habe. Mitten in einer intensiven Arbeitsphase trotzdem mit meiner Familie verreisen zu können. Neue Länder zu entdecken. Menschen kennenzulernen. In einer Bar in Vilnius zu sitzen und sich über das Leben zu wundern. An der Donau zu stehen und eine Drohnenshow zu beobachten. Und selbst über eine völlig unnötige U-Bahn-Strafe irgendwann lachen zu können.
Vielleicht ist genau das der größte Luxus, den ich mir über die vergangenen Jahre aufgebaut habe. Nicht irgendein Auto. Nicht irgendeine Uhr. Nicht irgendeine Zahl auf einem Konto. Sondern die Möglichkeit, morgens aufzuwachen und mein Leben weitgehend selbst gestalten zu können.
Und genau deshalb bin ich gespannt, wohin mich die nächste Reise führt.
